Deilthaler Eisenbahn

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Der Industriepionier Friedrich Harkort sah- - inspiriert von einer Studienreise nach England - die Eisenbahn ebenfalls als geeignetes Instrument für den Transport von Kohle von der Ruht in das Bergische Land. Schon 1825 suchte er Zecheninhaber als Geldgeber für ein solches Projekt und ließ ein Jahr später von dem Engländer Henry Palmer eine kleine Probebahn bauen, die als Einschienen-Hängebahn konstruiert war. Während der Rat von Elberfeld am 9. September 1826 über zwei alternative Trassenführungen von Elberfeld nach Hinsbeck oder von Elberfeld nach Langenberg beriet und die Vermessungsarbeiten für beide Varianten 1826 bis 1827 erfolgten, regte der Eisenbahnpionier Peter Nikolaus Caspar Egen den Bau einer normalen Schienen-Eisenbahn an. Unabhängig vom Wettstreit dieser unterschiedlichen Schienensysteme regte sich – noch vor Beantragung der Konzession - der Widerstand von Fuhrleuten und Pferdebetreiber, die um ihre wirtschaftliche Existenz bangten. Vor diesem Hintergrund blieb Harkort nichts anderes übrig als mit der 1828 gegründeten Deilthaler Eisenbahn sein Projekt in modifizierter Form, aber mit eisernen Rädern auf mit Eisen belegten Holzschienen, umzusetzen. Die zwischen 1830 und 1831 gebaute Deilthaler Eisenbahn führte auf Schmalspur von 820 mm von Hinsbeck (heute Essen-Kupferdreh) hinauf nach Nierenhof bei Langenberg. Die Gesamtsrecke betrug zirka 7,5 km Länge und setzte sich aus drei Teilabschnitten mit vier Pferdewechselstellen zusammen. An den Pferdewechselstellen wurden die Pferde immer gewechselt, so dass die Pferde immer abwechselnd über einen Teilabschnitt einen vollen Wagen und anschließend einen leeren Wagen zurück zu befördern hatten. Währens auf der Flachstrecke an der Ruhr für den vollen Zug ein bis zwei Pferde ausreichend waren, kamen auf den Steigungsabschnitten bis zu drei und vier Pferde zum Einsatz. Die feierliche Einweihung der Gesamtsrecke erfolgte am 20. September 1831 durch Prinz Wilhelm von Preußen, der mit seiner Familie in einem mit Teppich ausgeschlagenen Kohlenwagen die Strecke befuhr und mit dessen Namen sich die Eisenbahngesellschaft ab 1831 schmücken durfte. Die Prinz-Wilhelm-Eisenbahn beförderte ein Jahr später mit den leeren Wagen die ersten Personen hinab ins Tal der Ruhr und setzte ab 1833 eigene Personenwagen „des Vergnügens wegen“ ein. Bis 1844 wurde die Prinz-Wilhelm-Eisenbahn als Pferdebahn zum Kohletransport betrieben. Bereits nach einjähriger Betriebsdauer wurden aber auch Personen befördert, insbesondere auf der Rückfahrt von Nierenhof nach Hinsbeck; denn für diese Fahrten war kein Frachtaufkommen vorhanden. Schon von 1833 an standen einige Personenwagen „des Vergnügens wegen“ zur Verfügung. Da die Bahn zur vollen Zufriedenheit lief, gab es 1840 die ersten Überlegungen die Strecke zu erweitern. Bis 1847 folgte schließlich der Umbau auf neuer Trasse in Normalspur. Die Dampfzüge fuhren von Überruhr über Langenberg, Neviges nach Wuppertal-Vohwinkel (heutige Ruhrtalbahn).

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>>> zur Übersicht "Erste Eisenbahnstrecken Deutschlands"

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