Mecklenburg

Geschichte der Eisenbahn im Großherzogtum Mecklenburg

Text: Ingo Ehrlich. Fotos: Sammlung Hans Kobschätzky.

 

Mit Eröffnung der Fernbahnstrecke von Berlin über Wittenberge, Ludwigslust, Hagenow, Büchen nach Hamburg am 15. Dezember 1846 durch die Berlin-Hamburger Eisenbahn-Gesellschaft war auch in Mecklenburg das Eisenbahnzeitalter angekommen. Im gleichen Jahr noch erhielt die Mecklenburgische Eisenbahngesellschaft die Erlaubnis von Hagenow aus eine Eisenbahnstrecke über Schwerin nach Bad Kleinen zu bauen, die zum einen nach Wismar und zum anderen über Bützow nach Rostock mit Anschlusstrecke Bützow-Güstrow weiter führte und aufgrund finanzieller Probleme erst bis 1850 fertig erstellt war.

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Die wirtschaftlichen Vorzüge dieser ersten Eisenbahnverbindungen bewegten die Mecklenburgische Regierung von Güstrow aus den Osten des Landes in Richtung Neubrandenburg zu erschließen mit dem Ziel an der Landesgrenze bei Strasburg/Uckermark eine Verbindung zum bedeutenden Ostseehafen Stettin zu erhalten. Mangels privater Kapitalgeber forcierte schließlich der Staat mit der Großherzoglich Mecklenburgischen Friedrich-Franz-Eisenbahn den Bau der Strecke, die 1864 Neubrandenburg und 1867 Strasburg erreichte. Mit Einstellung der Bauarbeiten an der wichtigen Verbindungsstrecke von Bad Keinen nach Lübeck aufgrund Geldmangels der Lübeck-Kleinener Eisenbahngesellschaft im Jahre 1868 wurden in Mecklenburg Überlegungen laut, den Bahnbetrieb zu verstaatlichen. 1870 stellte der Staat die Strecke nach Lübeck fertig und erwarb schließlich die Mecklenburgische Eisenbahngesellschaft und vereinigte sie mit der Friedrich-Franz Eisenbahn zur „Großherzoglichen Friedrich-Franz Eisenbahn“. Doch schon 1873 führte ein Streit mit Altaktionären, die auf Zahlung von 10 Millionen Talern warteten, zur Reprivatisierung der Eisenbahn. In der Folgezeit entstanden bis 1890 zahlreiche private Eisenbahnstrecken, darunter mehrere durch die Eisenbahnbau- und Betriebsunternehmung Lenz & Co. GmbH aus Stettin oder die noch heute so berühmte Bäderbahn „Molli“ mit ihrer eigentümlichen Spurweite von 900 mm von Bad Doberan nach Bad Kühlungsborn. Der Deutsch Nordische Lloyd in Rostock erhielt die Konzession zum Bau der 125 km langen und noch heute wichtigen Hauptstrecke von Neustrelitz über Waren, Lalendorf, Laage nach Rostock und Warnemünde, die ab 1886 als Zuführung zur Schiffsverbindung zwischen Warnemünde und Nyköbing (ab 1903 nach Gedser) in Dänemark diente. Nach Verstaatlichung der Eisenbahnen in Preußen beschloß die Mecklenburgische Regierung, das Eisenbahnnetz erneut zu privatisieren, wobei die Lloydbahn Neustrelitz-Warnemünde, die Mecklenburgische Südbahn und die Parchim-Ludwigsluster Eisenbahn erst 1894 in Staatsbesitz übergingen.

Damit waren mit Ausnahme der 1913 erbauten Strecke der Demminer Kreisbahn West von Stavenhagen nach Bredenfelde alle Bahnstrecken im Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin bis zu ihrem Übergang auf die Deutsche Reichsbahn am 1. April 1920 einheitlich im Staatsbesitz.

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