Tunnel / Tunnels

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Meilensteine der Technik - Tunnel

Die Vermeidung von starken Steigungen und die Notwendigkeit Mindestradien bei Kurven von Eisenbahnstrecken zu verwenden, machte neben teuren Brücken auch den arbeitsrintensiven Bau von Tunneln notwendig. Der hügeligen Topografie Deutschlands ist es geschuldet, dass die ersten Tunnel nicht etwa im Süden Deutschlands entstanden, sondern im Zuge der ersten Eisenbahnlinien in Sachsen-Anhalt, Sachsen und in Nordrhein-Westfalen.

Als erster Eisenbahntunnel Deutschlands ging heute weitgehend in Vergessenheit geraten 1836 der 133 m lange und in Höhe von 5 m überlagerte Eisenbahntunnel der Tollwitz-Dürrenberger Feldbahn in Betrieb, die als Pferdebahn mit knapp 5 km Länge dem Kohlentransport zur Saline Bad Dürrenberg diente und später auch mit Dampf- bzw. Elektrolokomotiven auf Schmalspur von 600 mm befahren wurde. Freiberger Bergleute erstellten vom 1. Februar 1837 bis Oktober 1839 zwischen den Bahnhöfen Priestewitz und und Niederau den ersten Eisenbahntunnel Deutschlands für eine normalspurige Vollbahn. Abweichend von der heutigen Bauweise wurde der Tunnel nicht nur von den Mündungen aus, sondern nach bergmännischen Betrieb von vier 20 m tiefen Förderschächten aus ausgeschachtet. Der Aushub wurde durch die Schächte nach oben befördert. Mit dieser Arbeitsweise konnte die Bauzeit entscheidend verkürzt werden, da damit insgesamt von zehn statt zwei Stellen aus ausgeschachtet werden konnte. Mit Hammer und Meißel schufen durchschnittlich täglich 380, in Spitzenzeiten bis zu 700 Arbeiter vereinzelt auch mit Handbohrgeräten den Oberauer Tunnel. Um das Steinmaterial zu ermüden wurde, wo der Rauch dies zuließ, auch der Stein erhitzt und anschließend mit Wasser abgeschreckt. Aus den Akten des Oberbergamtes Freiberg geht hervor, dass die Kosten eines 20 m tiefen Felseinschnittes damals höher gewesen wären, als der Bau eines Tunnels bei nur 12 m hohen Überlagerung. Der im Gefälle von 1:220 liegende 513 m lange Tunnel wurde auf seiner ganzen Länge mit Werkstücken aus Sandstein ausgemauert, deren Stärke zwischen 0,56 m und 1,12 m lag. Fast 100 Jahre nach seiner Eröffnung war der Tunnel auf der damals mit etwa 100 Zügen belegten Strecke zunehmend zum Verkehrshindernis geworden. Das Lichtraumprofil des Tunnels führte bei 7,5 m lichter Weite und 6,0 m lichter Höhe jeweils zur Sperrung des Gegengleises bei Zugdurchfahrt, da der Gleisabstand von nur 3,10 m nicht mehr für einen profilfreien zweigleisigen Betreib ausreichend war. Nachdem der Tunnel 1933/34 aufgeschlitzt wurde, erinnert heute nur noch ein lang gezogener Einschnitt an dieses Stück Eisenbahngeschichte. Mit 1623 m Länge war der Bau des Königsdorfer Tunnels bei Horrem zwischen 1837 und 1841 eine beachtliche Pioniertat deutscher Eisenbahngeschichte. In mühevoller Handarbeit schufen etwa 2.000 Arbeiter, darunter wiederum auch Freiberger Bergleute den damals längsten Eisenbahntunnel Europas, der eine Überdeckung von maximal 35 m hatte und wie der Oberauer Tunnel 1954 komplett abgetragen und durch einen tiefen Einschnitt ersetzt wurde. Aggressives Bergwasser, Frost und Abgase von Dampflokomotiven hatten das Mauerwerk des Tunnels zuvor über 100 Jahre lang zersetzt. Mit der Einführung von pneumatischen Bohrhämmern 1861 und der elektrischen Zündung der Sprengladungen konnte die Bauzeit von Eisenbahntunnel wesentlich verkürzt werden. Beim Bau des damals mit 12.2 km weltweit längsten Mont-Cenis-Tunnels zwischen Grenoble und Turin, der 1857 begonnen und 1871 fertig gestellt wurde, verkürzte sich die Bauzeit mit Einsatz der modernen Technik von 40 bis 50 Jahren auf nur noch 14 Jahre. 

Bedeutende Eisenbahntunnel in der frühen Eisenbahnzeit in Deutschland: 

Tunnel Baujahr Länge in m Gleise Strecke
Oberauer Tunnel 1837/39 513 Ein Leipzig-Dresden
Buschtunnel Aachen 1838/43 691 Ein Aachen-Lüttich
Königsdorfer Tunnel bei Horrem 1837/41 1.623 Zwei Köln-Aachen
Rosensteintunnel Stuttgart 1844/46 362 Zwei Stuttgart-Ulm
Tunnel in Donauwörth 1845/48 162 Ein* Donauwörth-Nördlingen
Burgberg Tunnel bei Erlangen 1848 306 Ein* Nürnberg-Bamberg
Wolfsberg Tunnel 1848 320 Zwei Ludwigshafen-Kaiserslautern
Schönberg-Langeck-Tunnel 1848 366 Zwei Ludwigshafen-Kaiserslautern
Kehre Tunnel 1848 302 Zwei Ludwigshafen-Kaiserslautern
Heiligenberg-Tunnel 1848 1347 Zwei Ludwigshafen-Kaiserslautern
Oberstaufener Tunnel 1853 124 Zwei Immenstadt-Hergatz
Schwarzkopftunnel bei Laufach 1850/54 930 Zwei Würzburg-Aschaffenburg
Weinsberger Tunnel 1859/62 891 Zwei Heilbronn-Schwäbisch Hall
Tunnel Edle Krone 1862 122 Zwei Dresden-Chemnitz
Schlossbergtunnel Heidelberg 1862 766 Ein Heidelberg (alter Hbf.)-Neckargemünd
Rehbergtunnel bei Altenbeken 1861/64 1631 Zwei Paderborn-Hameln
Hasseler Tunnel** 1865/67 507 Ein Saarbrücken-Pirmasens
Kaller Tunnel 1867 472 Zwei Köln-Trier

*) für zwei Gleise ausgelegt
**) 1895 durch Umgehungsstrecke ersetzt

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