Württemberg

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Geschichte der Königlich Württembergischen Staatsbahn

Text: Ingo Ehrlich. Fotos: Sammlung Hans Kobschätzky.

In Württemberg war mit dem Gesetz über die Errichtung von Eisenbahnen auf Staatskosten vom 18. April 1843 der Bahnbau nach schwierigen und langwierigen Verhandlungen relativ spät gestartet worden. Zum einen bedingte das bergige und waldreiche „Ländle“ beim Bahnbau neben oftmals kurvenreichen Streckenführungen zahlreiche bedeutende Brückenbauwerke sowie lange Tunnel.

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Für die damalige Zeit technisch besonders anspruchsvoll war die Überwindung der Schwäbischen Alb über die Geislinger Steige sowie die Anbindung der in einem Kessel gelegenen Hauptstadt Stuttgart. Zum anderen ließ der hohe Kapitalbedarf für die aufwändigen Trassenführungen Zweifel an einer wirtschaftlichen Betriebsführung für den erwarteten Binnenverkehr aufkommen, der nach ursprünglicher Planung die bestehenden Schifffahrtswege des Neckar (schiffbar bis Heilbronn), der Donau (damals schiffbar ab Ulm) und des Bodensees erschließen sollte. Die Aussicht auf Generierung von Transitverkehr durch neu erbaute Anschlussstrecken in den Nachbarstaaten verbesserte die Wirtschaftlichkeitserwartungen entscheidend. Zugleich wurde die Notwendigkeit erkannt, sich von den Entwicklungen in den Nachbarländern nicht abzukoppeln, um nicht in jeder Hinsicht den Anschluss zu verlieren. Die schwierigen Streckenverhältnisse führten im Vergleich zu anderen Bahnverwaltungen zu neuen technischen Lösungen. Zur Verbesserung der Kurvenläufigkeit sah man in Württemberg zum Beispiel von steifachsigen 1 A 1 oder 1 B-Lokomotiven ab und bestellte 1844 Lokomotiven von Baldwin & Witney und Norris, beide in Philadelphia. Damit orientierte sich die Königlich Württembergische Staats-Eisenbahnen (K.W.St.E.) in ihrer Anfangszeit an US-amerikanischer Technik und stellte fortschrittliche Lokomotiven und Wagen mit Drehgestellen in Dienst, ehe diese Beschaffungspolitik durch preußischen Einfluss später aufgegeben wurde. Neben dem Staatsbahnkonzept für den Bau von Hauptstrecken durften in Württemberg Zweigstrecken auch von Privatbahnen erbaut werden dürfen. Aufgrund der teils schwierigen Geländeverhältnisse kamen neben der Normalspur auch Strecken mit 1.000 mm und 750 mm Spurweite sowohl bei der Staatsbahn wie auch bei Privatbahnen zur Ausführung.

Zahlen der Württembergischen Staatseisenbahnen von 1893:

415 Lokomotiven
1.085 Personenwagen mit:
1.504 Plätzen1. Klasse          =   3,1%
9.627 Plätzen 2. Klasse         = 19,6%
37.990 Plätzen 3. Klasse         = 77,3%
241 Packwagen
3.222 gedeckte Güterwagen
3.218 offene Güterwagen
77 Wasserstationen
75 Lokomotivdrehscheiben
ca. 1.500 km Streckenlänge
11.930 Personal, davon 5.035 Beamte und 6.895 Arbeiter

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