List, Friedrich

Friedrich List 1839

Daniel Friedrich List wurde vermutlich am 6. August 1789 in Reutlingen als Sohn eines Handwerksmeisters und Ratsherren geboren. An einer handwerklichen Tätigkeit lag ihm nichts und so wechselte er 1805 in den Verwaltungsdienst. Im Rahmen seiner Karriere hatte er Gelegenheit in Tübingen Vorlesungen zu halten. Seine Begeisterung für Reformen und insbesondere er Aufhebung der innerdeutschen Zollgrenzen ließen ihn zunehmend in Ungnade fallen. Im April 1822 wurde er schließlich zu zehn Monaten Haft verurteilt, die er nach anfänglicher Flucht 1824 antrat. Durch seine Bereitschaft in die Vereinigten Staaten auszuwandern, reduzierte sich sein Strafmaß. Von 1826 bis 1830 übernahm er dort die Redaktion einer deutschsprachigen Zeitung. Damit hatte er die Chance, sich schon bald einen Namen als Ökonom zu erwerben. Schon 1828 berichteten seine Publikationen in Deutschland von den Anfängen des Eisenbahnwesens. Sein erklärtes Ziel war es, in Deutschland am Aufbau dieses neuen Verkehrsmittels von Anfang an mitwirken zu können.
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1832 kehrte List als amerikanischer Konsul für Baden nach Deutschland zurück und publizierte ein Jahr später die Broschüre „Ueber ein sächsisches Eisenbahn-System“

, die er in hoher Auflage kostenlos verteilte. Dort findet sich auch eine Karte eines zweckmäßigen künftigen deutschen Eisenbahnnetzes, die List mit beachtlicher Weitsicht entworfen hatte. Die darin skizzierten wirtschaftlichen Vorteile einer Eisenbahn zwischen Leipzig und Dresden führten zur Gründung eines Komitees, das eine überzeugende Kosten- und Rentabilitätsrechnung erstellte und anschließend mit der Regierung die notwendige Konzessionierung verhandelte. In der Tat gelang sowohl die Finanzierung des Bahnbaus über Aktien als auch die technische Verwirklichung des mit einem Tunnel und der Elbbrücke bei Riesa in dieser sehr frühen Eisenbahnphase sehr schwierigen Projektes, das am 8. April 1839 fertig gestellt war. List lebte zu diesem Datum schon nicht mehr in Deutschland. Fortlaufend unterstützte er vergleichbare Projekte in anderen deutschen Staaten mit Denkschriften. Finanzielle Not trieb ihn schließlich nach Frankreich, hatte doch Württemberg 1836 sein Gnadengesuch abgelehnt. 1840 wieder nach Augsburg zurückgekehrt, widmete er sich seinem Hauptwerk „Das nationale System der Politischen Ökonomie“, das 1841 erschien. Im gleichen Jahr war List auch wieder in Württemberg rehabilitiert. Sein sehnlichster Wunsch nach einer gehobenen Stellung im Staatsdienst in Süddeutschland erfüllte sich dennoch nicht. Ab 1843 gab er die Zeitschrift „Zollvereinsblatt“ heraus und begann ab 1844 mit einer länger dauernden Reise und Vortragstätigkeit in Deutschland, Belgien und Ungarn. In Wien zeigte sich die Regierung von seinen Ideen zum Abbau der Zollschranken und vom Aufbau eines umfassenden Eisenbahnnetzes interessiert, aber auch hier hatte er keine Chance, eine Stellung im Staatsdienst zu erhalten. Wieder in Deutschland zurück verloren seine Thesen auch bei der interessierten Öffentlichkeit an Anerkennung. 1846 wurde schließlich die Herausgabe seines Zollvereinsblattes eingestellt und auch sein Versuch mit einer Denkschrift in England Fuß zu fassen blieb ohne Erfolg. Tief enttäuscht beging List 1846 auf einer Reise in Kufstein schließlich Selbstmord. [/hidepost]

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