Harkort, Friedrich

Friedrich Harkort – die Gründung der ersten Eisenbahn Aktien-Gesellschaft in Deutschland

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Friedrich Harkort (geboren am 22. Februar 1793 in Hagen) war ein begeisterter und begeisternder Macher dessen Leben von technischen und sozialen Pionierleistungen geprägt war. Durch sein Engagement, die industrielle Entwicklung seiner Heimat voranzubringen, unterstützte er selbstlos auch Konkurrenten. 1819 gründete Harkort in Wetten an der Ruhr das erste Eisenindustriewerk in Westfalen, das zugleich eine der ersten Maschinenbaufirmen im Ruhrgebiet war. Das insbesondere vom aufstrebenden Bergbau an der Ruhr profitierte Werk hatte dank Harkorts sozialen Weitblick eine eigene Betriebskrankenkasse. Schon 1825 rief Harkort in der Zeitschrift „Hermann“ dazu auf, eine Eisenbahn von Köln nach Minden zu bauen und schon ein Jahr später ließ Harkort durch sein Fabrikgelände in Wuppertal-Elberfeld eine Einschienen-Hängebahn errichten. Der Engländer Henry Palmer hatte 1824 ein Bahnsystem vorgestellt, bei dem hängende Transportbehälter von Pferden gezogen wurden. Dieses Prinzip konnte sich aber erst 75 Jahre später bei der Wuppertaler Schwebebahn der Alltagstauglichkeit stellen. 1828 gründete Friedrich Harkort mit der Deilthaler Eisenbahn Aktiengesellschaft, die erste Eisenbahn-Aktiengesellschaft Deutschlands, die drei Jahre später in der Prinz-Wilhelm-Eisenbahn-Gesellschaft aufging. Da die Zeit noch nicht reif war für ein Eisenbahnprojekt nach englischem Vorbild, entstand von 1830 bis 1831 der Vorläufer eines rudimentären Eisenbahnbetriebs als Pferdebahn. 1832 wurde ebenfalls unter maßgeblichem Einfluss von Friedrich Harkorts die Silscheder Kohlenbahn eröffnet. In diese Zeit fällt auch die Wahl von Friedrich Harkort in den westfälischen Provinziallandtag. Dort wiederholte er unbeugsam 1831 und 1833 seinen Vorschlag, eine Eisenbahn von Köln nach Minden zu bauen. Diese Streckenführung war übrigens auch von Friedrich List vorgeschlagen worden. Das notwendige Kapital für dieses Bahnprojekt beschaffte eine Aktiengesellschaft. Mit Eröffnung der Köln-Mindener Eisenbahn war Harkorts Traum 1847endlich war und gleichzeitig damit auch eine durchgehende Verbindung zwischen Wien und Paris möglich geworden. Schließlich gelang es Friedrich Harkort doch noch, die Prinz-Wilhelm-Eisenbahn von 1844 bis 1847 auf vollständigen echten Eisenbahnbetrieb umzubauen und von Überruhr bis nach Wuppertal-Vohwinkel zu verlängern. Nach der Märzrevolution 1848 wurde der rührige Harkort bei den ersten allgemeinen Wahlen in Preußen als Mitglied der Preußischen Nationalversammlung gewählt, wo er Namensgeber der liberal und gesamtdeutsch ausgerichteten Fraktion Harkort wurde. Seiner späteren Mitgliedschaft im Norddeutschen Reichstag folgte 1871 bis 1874 die des Deutschen Reichstages. Dort forderte Harkort ein Verbot aller Kinderarbeit sowie eine Gewinnbeteiligung der Arbeiter und setzte sich insbesondere für die Verbesserung der Schulbildung ein. Hoch betagt starb Harkort - auch der „alte Fritz Westfalens“ genannt - am 6. März 1880 in Dortmund-Hombruch.

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