Baader, Ritter Joseph von

Ritter Joseph von Baader – das erste deutsche Eisenbahnpatent

Joseph von Baader (geboren am 30. September 1763 in München) war als technischer Vordenker einer der wichtigsten Wegbereiter der Eisenbahn in Bayern, der zu den vehementen Befürwortern des Baues der ersten deutschen Eisenbahn von Nürnberg nach Fürth zählt. Nach Studium der Medizin und der Mathematik widmete er sich auch dem Maschinen- und Bergbau und hielt sich zu diesem Zweck von 1786 bis 1794 in England auf. Die Zeit der industriellen Revolution in England prägte die Entwicklung von Baaders entscheidend.

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Durch seine Veröffentlichungen berühmt, kehrte er 1794 nach Bayern zurück, wo er zwei Jahre später schon ordentliches Mitglied der Akademie der Wissenschaften wurde. Seine Interessen und Aufgaben waren sehr vielseitig und reichten von der Entwicklung von Pumpwerken für den Schlosspark Nymphenburg in München oder im Auftrag Napoleons für Versailles bis hin zur Planung eines Zwei-Mann-U-Bootes, moderner Förderanlagen für die Saline in Reichenhall und erster Entwürfe des Ludwig-Donau-Main-Kanals. Ein besonderes Anliegen war ihm, seine Kenntnisse über die in England üblichen Bergwerks- und Industriebahnen für Bayern nutzbar zu machen. Bereits 1812 legte er eine umfangreiche Denkschrift mit dem Titel „zur Einführung der eisernen Kunststraßen im Königreich Bayern“ vor. Seiner Initiative ist es zu verdanken, dass sich Bayern zur Keimzelle des Eisenbahnbetriebs entwickelte. Am 27. April 1815 erhielt von Baader das 25-jährige Privilegium für einen Wagen, der sowohl auf Schienen als auch auf der Straße fahren konnte. Damit war von Baader der Inhaber des allerersten Patentes im deutschen Eisenbahnwesen. Seine Konstruktion, die unter anderem vom Kaiser von Österreich und vom Zaren Alexander I. von Russland bewundert wurde sah neben den bei Fuhrwerkswagen üblichen großen Rädern zusätzlich unter dem Wagenkasten die Anbringung zweier Achsen mit deutlich kleineren Rädern vor. Diese kleinen Achsen sollten auf Gleisen rollen, die neu parallel zu bestehenden Chausseen verlegt werden sollten. Damit die großen Fuhrwerksräder beim Transport auf der Schiene nicht mitliefen, mussten die Schienen entsprechend hoch angebracht werden. Der Transport der Wagen selbst fand mit Pferdegespannen statt, die seitlich neben den Gleisen liefen. Der Vorteil dieser Konstruktion war die Verwendbarkeit der Wagen sowohl auf der Straße als auch auf der Schiene, so dass kein Umladen erforderlich war. Entscheidend für diese Konstruktion war aber insbesondere die Erkenntnis, dass ein Pferd beim Transport der Wagen auf der Schiene etwa das Sechzigfache an Gewicht ziehen konnte als auf der Straße. Von Baader plädierte 1815 dafür, basierend auf diesem Prinzip zwischen Kitzingen und Regensburg eine Pferdebahn für den Frachtentransport zwischen dem Main und der Donau zu bauen. Seine Idee fand nur wenig Interesse, aber immerhin bewilligte ihm die Regierung das Geld zum Bau von drei seiner patentierten Fuhrwerkswagen. Mit diesen Geldern baute von Baader 1818 im Hofe der Königlichen Maschinenwerkstätte des Brunnenwesens – von Baader war damals Direktor des Bayerischen Wasser- und Straßenbaus – in halber Naturgröße eine echte Eisenbahn auf, die auf Anerkennung stieß. Dies war für von Baader der Anlass, die Versuche in Originalgröße fortzusetzen. Erst im Juli 1825 folgte die Bewilligung der erforderlichen Mittel von König Max Joseph. Von Baader errichtete damit im Schlosspark von Nymphenburg nebeneinander zwei 228 Meter lange Bahngleise, einmal nach von Baaders Prinzip und einmal nach dem englischen Eisenbahn-Prinzip. Während aufgrund der inzwischen fortgeschrittenen Planung zum Ludwig-Donau-Main-Kanal die Pferdbahn von Baaders keine Befürworter findet, kam es am 11. November 1826 zum Schreiben des Bayerischen Innenministers Grafen Armansperg an die Marktvorsteher Huber, Merkel und Platner in Nürnberg über die im Hofgarten von Nymphenburg gemachten positiven Eisenbahnversuche und zur Ermunterung zum Bau einer Eisenbahn von Nürnberg nach Fürth. Von Baader versuchte König Ludwig I. von Bayern von den Vorteilen eines Eisenbahnbaus statt dem projektierten Kanalbau von Bamberg nach Kehlheim klarzulegen und fand in Friedrich List überzeugte Unterstützung. Dennoch ließ sich der König nicht umstimmen. Joseph Ritter von Bader starb am 20. November 1835. Vier Tage vorher fand die erste Probefahrt der Lokomotive „Adler“ zwischen Nürnberg und Fürth statt.

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