Baureihe – 628.4

628 578 am 22.05.2006 bei Burghausen (Strecke Mühldorf-Tüßling-Burghausen). Foto Ingo Ehrlich.

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Die zweite Serie 628/928 4.  [hidepost=1]

Ein Jahr nach Ablieferung der ersten Serie waren immer noch 127 Schienenbusse in 10 Bw und 33 Akkutriebwagen der Baureihe 515 in zwei Bw im Ruhrgebiet beheimatet, die es dringend galt, abzulösen. Zusätzlich gab es nachwievor unwirtschaftliche lokbespannte Wagenzüge im Netz der DB. Damit sollte im September 1990 die Bestellung einer zweiten Serie von 63 Triebwagen, die von Oktober 1992 bis Dezember 1993 ausgeliefert werden sollten, Schluß machen. Durch die deutsche Wiedervereinigung und der erfolgreichen Testfahrt von 628/928 255 im April 1991 bei der DR wurde die Bestellung ausgeweitet. Im Sommer 1991 wurden weitere 73 Fahrzeuge geordert, um im in den alten Ländern Triebwagen der ersten Serie für den Einsatz in den neuen Ländern freizusetzen. 53 weitere 628/928.4, die bis Ende 1994 ausgeliefert werden sollten, wurden schließlich zum Jahresbeginn 1993 in Auftrag gegeben. Doch schon bald wurden erneut 120 zusätzliche Fahrzeuge bestellt, so daß insgesamt 309 Triebwagen der zweiten Serie gefertigt wurden, von denen acht für Privatbahnen vorgesehene Fahrzeuge nicht in den Bestand der Bahn AG gelangten.

Durch den nunmehr fünfjährigen Einsatz der 628.2 konnten bei der Beschaffung der 628.4 folgende Verbesserungen berücksichtigt werden: Verbreiterung der Einstiege in der Fahrzeugmitte von bisher 1050 mm auf 1680 mm, Zugzielanzeiger in Zugmitte, bessere Schall- und Wärmedämmung, vandalismusresistente und leichter austauschbare Einzelsitze, Überarbeitung der Innenräume durch neues Farbdesign und geänderte Beleuchtung, umweltfreundliche Spurkranzschmierung und eine Erhöhung der Motorleistung um 20% gegenüber dem 628.2. Der mechanische Teil der sonst weitgehend unverändert nachgebauten 2. Serie wurde unter der Konsortialführerschaft von Duewag zusammen mit LHB und AEG, als Nachfolger von LEW in Henningsdorf, gefertigt. Die elektrische Ausrüstung lieferten ABB, AEG und Siemens. Die vom Betriebsdienst gewünschte Leistungssteigerung des Motors verwirklichte MTU mit einem Zwölf-Zylinder-Dieselmotor mit Abgasturboaufladung und Ladeluftkühlung, der 485 kW leistet. Die Verstärkung von Motor und Getriebe führten zu einer Erhöhung der Radsatzlast von bisher 13 Tonnen beim 628.2 auf 14,5 Tonnen beim 628.4, so daß auch die Drehgestelle verstärkt werden mußten. Die Verbreiterung der Mitteleinstiege machte die Verlängerung des Wagenkastens um je 500 mm erforderlich. Zur Einhaltung des Lichtraumprofils mußte der Wagenkasten daher an den Enden um 55 mm verschlankt werden. Für mehr Sicherheit bei Unfällen sollten die neu angebrachten Unterfahrschutzbleche unterhalb der Puffer dienen. Zum Schutz vor Steinschlägen entfiel die untere Verglasung der Außentüren. 

Ablieferung und Einsatzgeschichte des 628.4 

Die Auslieferung der zweiten Serie erfolgte zwischen November 1992 und Januar 1996. Als erster Betriebshof erhielt Hof ab dem 27.11.1992 bis 1993 29 Einheiten. Es folgte Braunschweig mit 40 ab Juni 1993 gelieferten Triebwagen, Kaiserslautern mit 20 Fahrzeugen vom November 1993 bis 1995, wobei 628/928 505 und 506 im Eigentum der luxemburgischen Staatsbahn stehen, Gießen bzw. deren Außenstelle Limburg mit 70 Zügen von Dezember 1993 bis 1995, Karlsruhe ab 1994 mit 9 Stück, Essen ab 1994 mit 31 Stück, Mühldorf ab 1994 mit 21 Stück, Leipzig Süd ab Juni 1994 mit 29 Stück, Neustrelitz ab Januar 1995 mit 33 Stück und Kiel ab 1995 mit 4 Fahrzeugen. Mit 628 669 wurde am 12.01.1996 der letzte 628 für die DB AG in Dienst gestellt. Ein besonderes Einsatzgebiet erhielten 628 679 und 680, die zuerst leihweise an die rumänische Staatsbahn gingen und im August 1995 dorthin verkauft wurden. 628/928 677 wurde zum 2.11.1994 an die Daadetalbahn Betzdorf- Daaden verkauft.

Ursprünglich waren vier zweimotorige Einheiten für den Verkehr auf der steigungsreichen Strecke Mainz- Alzey vorgesehen (628 460 bis 463 von den schließlich fünf Fahrzeuge als 628.9 beim Bh Kaiserslautern beheimatet wurden. 5 Triebwagen sind ab Februar 1993 bei den „Eisenbahnen und Verkehrsbetrieben Elbe-Weser“ (EVB) in Dienst. Mit der Frankfurt-Königsteiner-Eisenbahn beschaffte eine weitere Privatbahn mit einem einmotorigen und zwei zweimotorigen Einheiten ebenfalls Fahrzeuge der 2. Serie. 

In unserer heutigen schnellebigen Welt mag es kaum noch überraschen, daß die Triebwagenfamilie der 628-iger schon jetzt drei Jahre nach der Ablieferung des letzten Fahrzeuges ihren Zenit schon überschritten hat. Mittlerweile sind die bei den Reisenden beliebten und von den Eisenbahnfreunden wenig geschätzten Fahrzeuge durch die zunehmende Regionalisierung des Nahverkehrs mittlerweile schon von einigen Strecken verdrängt worden. Dieser Trend wird sich mit der weiteren Auslieferung von RegioShuttle, RegioSprinter und Talente weiter fortsetzen, so daß es sich doch noch lohnen wird, das eine oder andere Bild noch zu schießen.... .

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