Mulda-Sayda

Am 15.02.1894 genehmigte der säschsische Landtag den Bau der Schmalspurbahn von Mulda nach Sayda (750 mm Spurweite). Im Mai 1896 begann schließlich der Bau der 15,5 km langen Strecke für die 16 Bahn- und Straßenbrücken, darunter die 193 m lange Muldenbrücke bei Mulda, errichtet werden mussten. Gut ein Jahr später waren der Bahnhof Mulda um einen Schmalspurteil erweitert sowie drei Haltestellen, zwei Haltepunkte und der Endbahnhof Sayda neu errichtet, so dass am 1. 07.1897 feierlich die Eröffnung begangen werden konnte.

Als Lokomotiven kamen die kleinen dreiachsigen Lokomotiven der Gattung I K zum Einsatz, die ab 1913 Konkurrenz von der Gattung IV K bekam, ehe ab 1928 ausschließlich Loks der Baureihe IV K verkehrten.
Ab 1910 kamen die ersten vierachsigen Schmalspurwagen zum Einsatz. 1914 erfolgte die Einführung der 4. Wagenklasse und gleichzeitig das Ende der 2. wagenklasse, was die Vertreter der Behörden und Standesherrschaften sehr beklagten. Mitte der 1920ziger Jahre löste die Körting-Saugluftbremse die bisherige Heberlein-Seilzugbremse ab. In den 1930iger Jahren wurden die Trichterkupplungen durch die Scharfenbergkupplung ersetzt.

Nach dem 2. Weltkrieg war die Bahn weiter stark nachgefragt. Pläne der SDAG Wismut zum Abbau von Uranerz und dessen Bahntransport mit Rollwagen wurden aufgrund der zu geringen Rohstoffvorkommen nicht umgesetzt. Anfang der 1960ziger Jahre wurde in die Bahnlinie nochmals investiert. Hierbei wurden sämtliche Brücken erneuert sund die Reisezugwagen sowie Lokomotiven modernisiert. Bedeutend war auch dier Einbau eines Autodrehkranes 1964 im Bahnhof Mulda. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden dort alle Güter von Normal- zur Schmalspur von Hand umgeladen. Zur Beförderung der umgeladenen Schüttgutmengen fuhren nachts zwischen 1.00 und 5.00 Uhr Bedarfsgüterzüge von Mulda nach Sayda sowie zwischen Voigtsdorf und Sayda. Wie so oft waren auch hier die Modernisierungsarbeiten die Vorboten einer kurzfristigen Einstellung des Betriebes. So endete am 17.07.1966 der Personenverkehr auf der Nebenbahn. Knapp zwei Wochen später endete nach Einsammlung und Abtransport der verbliebenen Wagen durch die Dampflokomotive 99 601 der Gesamtverkehr. Ein Jahr später hatte der Abbauzug mit 99 601 ganze Arbeit geleistet...

Literatur zum Thema:
Horst Heinrich, Dietmar Schlegel und Peter Wunderwald, Mit der Schmalspurbahn von Mulda nach Sayda, Ein historischer Abriß zur Geschichte der ehemaligen Schmalspurbahn Mulda-Sayda 1897-1966, IG Verkehrsgeschichte Wilsdruff im Kulturbund, VEB Grafischer Großbetrieb Völkerfreundschaft, Königsbrück 1990.

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