Regensburg-Falkenstein

Ein Schienenbus der Baureihe 798 am 9.08.1982 im heute abgerissenen und überbauten Endbahnhof von Falkenstein. Foto Ingo Ehrlich.

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Die Initiative zum Bahnbau zwischen Falkenstein und Regensburg geht auf das Jahr 1896 zurück als das örtliche Bahnbaukomitee mit „untertänigsten“ und „gehorsamsten“ „Bittgesuchen“ eine Petition an den Landtag richtete, die folgende Streckenführung vorsah: Regensburg - Walhallastraße – Donaustauf – Forstmühle – Schillertswiesen – Falkenstein. 1899 änderte das Komitee die Streckenführung auf Wutzlhofen – Bernhardswald – Rossbach – Falkenstein, um nicht mit den Erweiterungsplänen der Walhallabahn zu konkurrieren.

Wie so oft standen die interessierten Gemeinden durch Diskussion immer wieder neue Trassenführungen ihrem eigentlichen Ziel auf Bahnanschluss selber im Wege. Auch der Gedanke einer Durchgangsbahn von Regensburg nach Cham hatte keine Chance auf Realisierung. Um dennoch einen Babnbau zu erreichen, verständigten sich  1907 die 42 im Komitee vertretenen Gemeinden darauf, den erforderlichen Bahnbaugrund kostenlos zur Verfügung stellen sowie für Zufahrts-, Ladestraßen wie auch die Versorgung mit Nutz- und Trinkwasser sicher zustellen. Die Wirtschaftlichkeitsanalyse ging von einem jährlichen Fahrkartenverkauf von 60 000 Fahrkarten und einem Güterverkehr von 42.000 Tonnen aus. Auf dieser Basis wurde 1908 die Lokalbahn Wutzlhofen – Falkenstein endlich in den Gesetzentwurf aufgenommen.

Baubeginn war im Juli 1912 und am 21. Dezember 1913 konnte unter großer Anteilnahme der Bevölkerung die offizielle Einweihung der 35,4 km langen Strecke gefeiert werden.
Haltestellen lagen in in Wenzenbach, Bernhardswald, Hauzendorf, Rossbach-Wald, Hetzenbach, Gfäll und Falkenstein; Haltepunkte für den Personenverkehr waren zusätzlich in Irlbach, Erlbach, Lampertsneukirchen und Schillertswiesen eingerichtet. Mit drei Ladegleisen war der Bahnhof Rossbach-Wald für die umliegenden Steinbrüche bedeutend. Der Endbahnhof Falkenstein hatte neben den üblichen Umfahrungs- und Hinterstellgleisen zwei Lade- und zwei Lokomotivschuppengleise. >>download Gleisplan vom März 1914: Seite 1 / Seite 2
Auf den sehr zahlreichen schienengleichen Bahnübergänge mussten die Züge ihre Geschwindigkeit auf 15 km/h drosseln.

>> download Fahrplan vom 1.05.1914

Zwischen Regensburg und Wutzlhofen nutzte die Bahnlinie auf 7,6 km die zweigleisige Trasse der einst für den Fernverkehr nach Berlin und Schlesien sehr bedeutenden Strecke Regensburg-Hof mit, um in Wutzlhofen in östlicher Richtung nach Falkenstein abzuzweigen und der regionalen Bevölkerung Anschluss an die weite Welt zu bieten wie auch im Gegenzug Ausflügler in das idyllisch gelegene Falkenstein zu locken.
Die Domäne des Dampfbetriebes erhielt ab 1936 in Form von ersten dieselbetriebenen Triebwagen Konkurrenz bis Schienenbusse zu Zeiten der Deutschen Bundesbahn  den Personenverkehr und Diesellokomotiven der Baureihe 211 den Güterverkehr übernahmen. Die laufend zunehmende individuelle Mobilität weiter Bevölkerungskreise reduzierte die Nachfrage nach Verkehrsleistungen auf der Strecke. Die notwendigen Zugstreichungen trieben schließlich die noch verbliebenen Reisenden in die von der Bundesbahn parallel verkehrenden Busse.  Obwohl die Züge Anfang der 1980ziger Jahre vergleichsweise noch gut besetzt waren, bestand kein politischer Wille in diese Nebenbahn zu investieren. Anders als Vielerorts wären hier eigentlich denkbar gute Voraussetzungen gegeben gewesen, nachdem die Bahnlinie umsteigefreie Verbindungen in die Regionalmetropole Regenburg hergestellt hatte. Aus heutiger Sicht umso verwunderlicher stellt sich die Stilllegung dar, nachdem ein Schotterbetrieb seine Verladung von Rossbach-Wald nach Nittenau an die benachbarte Nebenbahn von Bodenwöhr-Nord nach Nittenau verlagert hat und diese Bahn noch heute ausschließlich für den Schotterverkehr unterhalten wird...

>> download Fahrplan vom 26.09.1971

Am 3.06.1984 endete schließlich der Reiseverkehr auf der Strecke eingestellt, und am 2.06.85 fuhr der letzte Sonderzug. Ab 1987 entstand auf der ehemaligen Bahntrasse ein Fahrradweg, der seit 2008 durchgehend von Wutzlhofen aus fertig gestellt ist. Das Gelände des Endbahnhof Falkenstein ist ab 1992 neu bebaut, lediglich der Lokschuppen erinnert noch an die gute alte Zeit.

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