Poprad – 2008

Poprad (deutsch Deutschendorf, ungarisch Poprád) liegt am Fuße der Hohen Tatra. Mit zirka 55.000 Einwohnern ist Poprad die zehntgrößte Stadt der Slowakei und ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt. Die Stadt liegt an der zweigleisigen Hauptbahn von Žilina nach Košice und ist Ausgangspunkt einer Nebenbahn nach Plaveč.
Bekannt ist Poprad ferner für die straßenbahnähnliche Elektrische Tatrabahn nach Starý Smokovec (Altschmecks) und Štrbské Pleso (Tschirmer See) sowie nach Tatranská Lomnica (Tatralomnitz), deren schmalspurige Bahnanlagen im 90 Grad-Winkel über den Normalspurgleisen angeordnet sind.

Bahnhof Poprad-Tatry an der zweigleisigen Hauttbahn von Žilina nach Košice mit IC 405 "Tatran" gezogen von 363 134.

Es folgt der Schnellzug R 605, gezogen von 163 053.

Von Poprad-Tatry aus führt eine Nebenbahn nach Plaveč. Als erster Abschnitt wurde 1889 die Strecke von Poprad nach Kežmarok eröffnet. 1892 folgte der Abschnitt bis Spišská Belá und 1893 die Verlängerung bis Podolinec. Der Lückenschluß zwischen Podolinec und Plaveč, das an der von Košice nach Polen führenden Hauptstrecke liegt, wurde noch während des 2. Weltkrieges begonnen, aber erst 1966 abgeschlossen. Für 2010 ist die durchgehende Elektrifizierung der eingleisigen Strecke vorgesehen. 2008 versahen bereits moderne Diesel-Triebwagen der Slowakischen Staatsbahn den Verkehr auf der Nebenbahn, hier der Regionalzug Os 8315.

Zwischen 1908 und 1912 begann von Poprad aus die Erschließung der Hohen Tatra mit meterspurigen Eisenbahnen, die als Adhäsionsbahnen u.a. das 1.346 m hoch gelegene  Štrbské Pleso erreichten. Seit Ende der 1980ziger Jahre wurde die Trasse im Stadtgebiet von Poprad geändert und erreicht seitdem rechtwinklig über der Hauptstrecke gelegen den Bahnhof Poprad-Tatry. Seit zirka 2000 kommen straßenbahnähnliche Gelenktriebwagen der Baureihe 420.95 zum Einsatz, wie hier Os 8124.

Moderner Regionalverkehr im Bahnhof Štrbské Pleso mit Os 8124 und Os 8127.

Von Štrbské Pleso aus führt eine zirka 4,75 km langen Zahnradbahn nach Štrba. Diese ursprünglich mit Dampflokomotiven betriebene meterspurige Zahnradstrecke mit System Riggenbach verband zwischen 1896 und 1932 mit einer maximalen Steigung von 150‰ beide Orte. Am 14.09.1932 endete der veraltete und unwirtschaftliche Zahnradbahnbetrieb und es folgte der Streckenabbau. Im Rahmen der 1970 in Štrbské Pleso durchgeführten Nordischen Skiweltmeisterschaften wurde die zu einem Drittel neu trassierte Strecke  am 12.02.1970 wieder in Betrieb genommen.  Zur Bewältigung des 4,05 km langen Zahnradabschnittes (System Riggenbach), der mit maximal 127‰ Steigung den Höhenunterschied von 444 m überwindet, wurden von der Schweizerischen Lokomotiv- und Maschinenfabrik SLM in Winterthur drei neue Züge geliefert. Die Zuggarnituren bestehen jeweils aus einem Steuerwagen der Baureihe R 29.0 (heute: BR 905.95), der bergwärts eingereiht ist, und einem Triebwagen der Baureihe EM 29.0 (heute: BR 405.95). Seit 1970 nutzen die Züge der Zahnradbahn und der Tatrabahn von Poprad in Štrbské Pleso einen gemeinsamen Bahnhof, den hier 405 951 der Zahnradbahn als Os 8056 erreicht.

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