Baureihe – 610

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Brachte Schwung auf die Strecken in Oberfranken. Der Neigetechnik-Triebwagen 610 504 am 02.05.1994 im Bahnhof Nürnberg. Der vordere Zugteil fuhr nach Bayreuth, der hintere Zugteil nach Hof an der Saale. Rechts im Bild die Baureihe 614 mit der in den 1970ziger Jahren Testfahrten für die aktive Wagenkastensteuerung durchgeführt wurden. Foto Ingo Ehrlich.

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Der Pendolino - eine Erfolgsgeschichte ging 2014 zu Ende

Lokführer Jürgen Büttner fuhr am Dienstag 16.12.2014 mit 610 519 die letzte offizielle Pendolinofahrt von Hof nach Nürnberg und zurück. Wie kam es eigentlich zum Einsatz solch moderner Fahrzeuge in Oberfranken? Zum einen hatte die Deutsche Bundesbahn schon in den 1970ziger Jahren Versuche unternommen, durch Neigung des Wagenkastens schneller durch Kurven fahren zu können. Wie ein Motorradfahrer sollten sich die Baureihen ET 403 und 614 in die Kurven legen. Im Unterschied zum in Spanien verwendeten Talgoprinzip, das eine passive Wagenkastensteuerung durch die Fliehkräfte verwendet, sollte in Deutschland der Wagenkasten aktiv bei Kurvenfahrten bewegt werden. Doch die Entwicklung stockte mangels Interessse nach einigen Versuchsfahrten. In Italien dagegen wurde die aktive Wagenkastensteuerung bis zur Perfektion weiterentwickelt. Damit war auch in Deutschland die Zeit reif für den Neigetechnikverkehr. Genau zum richtigen Zeitpunkt saßen mit Verkehrsmininster Jürgen Warnke und Landwirtschaftsminister Simon Nüssel zwei Spitzenpolitiker aus Oberfranken an den entscheidenden Stellen. Der Freistaat Bayern förderte das Pendolino-Projekt - sprich die Beschaffung von 20 Neigetechik-Triebwagen von FIAT - mit zinsgünstigen Krediten. So kam es, dass in Oberfranken zwischen Nürnberg und Bayreuth bzw. Hof ab Sommerfahrplan 1992 bundesweit die einzigen Neigetechnikzüge eingesetzt wurden, die auf der kurvenreichen Strecke bis zu 160 km/h schnell waren. Empfindlichen Gemütern schlug die aktive Bewegung des Wagenkasten dann leider doch oft auch nachhaltig auf den Magen. Die ersten Fahrten in diesen Zügen waren gerade bei Sitzpositionen entgegen der Fahrtrichtung gewöhnungsbedürftig. Doch die schnellen Verbindungen mit dem Pendolino, der in Pegnitz nach Bayreut bzw. Hof geflügelt bzw. vereinigt wurde, entwickelten sich sehr schnell zum Publikumsmagneten. In der Tat war der Andrang an Spitzentagen so groß, dass aufgrund der Überfüllung die Neigetechnik ausgeschaltet werden musste. Im Wesentlichen bewährte sich die Technik bis im August 2000 Risse in der Radaufhängung festgestellt wurden. Als dann Ende 2000 bei einem Pendolino auch noch ein Achsbruch auftrat, wurde die Baureihe 610 ein Jahr lang komplett aus dem Verkehr genommen. Stück für Stück wurden die Triebwagen der Baureihe 610 in Oberfranken durch die Baureihen 612 ersetzt, bis schließlich im Dezember 2014 der mit 20 Stück als Splittergattung zu betrachtenden Baureihe das letzte Stündlein schlug.

 

 

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